Loch und Naht

Christine Jakobi-Mirwald

Kunstgeschichte

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Loch und Naht

Holes, Stitchings, Needlework

In mittelalterlichen Codices finden sich zum Teil aufwendige Vernähungen von Löchern, Rissen und Schnitten im Pergament: Löcher, die vor dem Spannen an der nassen Tierhaut vernäht wurden, oder Nähte am fertigen Pergament. Für letztere wurden an einigen Herstellungsstätten sehr aufwendige bunte Ziernähte beobachtet, etwa in Engelberg, Einsiedeln, Weingarten sowie in Göttweig, Admont und Seckau. Interessant ist dabei, dass es sich oft nur scheinbar um notwendige Reparaturen handelt. Fragen nach Funktion, Materialität, Technik, Herstellungsablauf und Herstellern sind in der Forschung erst selten angeklungen. Am 12.9.2019 widmete sich in Graz auf dem 34. Österreichischen Bibliothekartag ein kleines Symposium dem Thema (Astrid Breith, Thomas Csanády, Christine Jakobi-Mirwald) und verständigte sich auf weitere Zusammenarbeit. Hinweise auf bemerkenswerte Nähte sind hochwillkommen!


Sewings, stitchings and darnings in manuscripts have only rarely been noticed by scholars of the medieval book. A mini-symposion at the 34. Österreichischen Bibliothekartag  showed examples and discussed terminology, materials and function (which a startling amount of this kind of needlework appears to lack), agreeing on further collaboration. Notifications of remarkable examples are welcome!

"Versuch macht klug": Mustertuch Pergamentnähte